Diese Website verwendet Cookies für anonymisierte Besucheranalysen und um diese Nachricht bei Annahme zu deaktivieren. Es werden keine personenbezogenen oder identifizierenden Daten erhoben.
Isadora Neves Marques entwirft Visionen von Gegenwart und Zukunft, in denen Science-Fiction, Biopolitik und Intimität verschmelzen. Ihre Filme ergründen Fortpflanzung, Körper, Empathie und Macht in einer von Technologie geprägten Welt. Zwischen spekulativer Fiktion und dokumentarischen Erzählformen verhandelt sie Queerness, Beziehungen und soziale Utopien – radikal, sinnlich und eindringlich aktuell.
YWY, the Android Isadora Neves Marques / Portugal 2017 / 7'40" / DCP / Farbe / Portugiesisch / Fic
YWY, eine indigene Androidin, unterhält sich mit einer gentechnisch veränderten Maispflanze im landwirtschaftlichen Landesinneren von Brasilien. In einem Moment der Vertrautheit sprechen die Frau, die sich als Feldarbeiterin entpuppt, und die Pflanzen über Körperrechte, Unfruchtbarkeit, Arbeit und Monokulturen. Das menschliche Publikum kann die Stimme des Maises allerdings nicht hören und nimmt den Dialog als seltsamen Monolog wahr. Das Drehbuch des Films ist inspiriert von Werken des brasilianischen Autors João Guimarães Rosa, in denen Dialoge oft nur durch die Stimme einer einzelnen Person ausgedrückt werden.
Der Film wurde im Inneren von Rio Grande do Sul in Brasilien gedreht, in einer Landschaft, die durch den Monokulturanbau von überwiegend transgenem Soja, Mais und Zuckerrohr verändert wurde. Er verfolgt die Verarbeitung von Sojabohnen in Biodiesel, vom Moment der Ernte bis zum Arbeitsablauf in einer der grossen Biodieselfabriken der Region. Eine Reihe von Reflexionen der Autorin werden über die bewegten Bilder gelegt. Sie fragen: Was für ein Leben steckt in transgenen Samen? Und was bedeutet es, mit dem Feind zu leben?
A Mordida Isadora Neves Marques / Portugal/Brasilien 2019 / 25'54" / DCP / Farbe / Portugiesisch / Fic
Zwischen einem Haus in der Mata Atlântica und einer Mückenfabrik bei São Paulo kämpfen Menschen in einer nicht-monogamen, nicht-binären Beziehung gegen eine Epidemie, die sich in Brasilien ausbreitet. Ein Film irgendwo zwischen Horror, Science-Fiction und Queer-Drama.
The Ovary Isadora Neves Marques / Portugal 2021 / 5'51" / DCP / Farbe / Englisch / Fic
«The Ovary» erzählt von den Versuchen eines schwulen Paares, sich durch eine Eierstockimplantation in einen cis-Mann biologisch fortzupflanzen. Mit einer intimen und sinnlichen Beziehung zu Bildern und begleitet von einem Cover von Lana Del Reys Popsong «Let Me Love You Like a Woman» ist der Film eine rohe und eindringliche Annäherung an das Online-Fanfiction-Genre Mpreg (ein Begriff für männliche Schwangerschaft) und dessen schwierige, aber auch visionäre Beziehung zu Leihmutterschaft, Privileg und Homonormativität.
Zwei junge Soldaten führen uns zu den traurigen Geschichten der Menschen, welche die Azoren verlassen müssen, weil die Hortensie ihren Lebensraum überwuchert und zerstört. Die filmische Reise wird zur nostalgischen und politischen Reflexion über geografische Heimat und Identität.
Isadora Neves Marques, 1984 in Lissabon geboren, ist eine portugiesische Künstlerin, Filmemacherin, Lyrikerin und Schriftstellerin. In ihrem Werk verbindet sie auf einzigartige Weise Wissenschaft, Technologie, Ökologie, Gender und queere Identität. Bis 2022 arbeitete sie unter dem Namen Pedro Neves Marques. Isadoras interdisziplinäre Praxis bewegt sich zwischen Film, Bildender Kunst und Literatur. Auf ebenso poetische wie analytische Weise erörtert sie die Auswirkungen sozialer, politischer und biologischer Systeme auf den menschlichen Körper und zwischenmenschliche Beziehungen. In ihrer künstlerischen Arbeit verbindet Neves Marques spekulative Fiktion mit dokumentarischen Elementen und ergründet mithilfe von Strategien der Science-Fiction zeitgenössische Fragen zu Fortpflanzungsmedizin, Geschlechtsidentität, Biopolitik oder auch Liebe und Freundschaft. Besonders deutlich zeigt sich dies in ihren Filmen, die schon auf zahlreichen internationalen Festivals zu sehen waren. In Werken wie «Exterminator Seed» oder «The Bite» behandelt die Filmemacherin Themen wie genetische Manipulation, Virenausbrüche und polyamore Beziehungen und stellt dabei immer wieder normative Vorstellungen von Geschlecht, Familie und Intimität infrage. «Becoming Male in the Middle Ages» dreht sich um Fortpflanzungswünsche im Kontext queerer Identität, während «My Senses Are All I Have to Offer» von einer Biotechnologie erzählt, die es ermöglicht, die Empfindungen anderer Menschen zu erleben – eine fiktive Metapher für Empathie, Transformation und gemeinsame Erfahrungen. Isadoras Filme liefen unter anderem auf der Semaine de la Critique in Cannes, dem Toronto International Film Festival (TIFF), dem International Film Festival Rotterdam (IFFR; Ammodo Tiger Short Award für den besten Kurzfilm 2022), dem Festival du Nouveau Cinéma Montréal, dem New York Film Festival, bei Curtas Vila do Conde und an den Kurzfilmtagen. Auch als bildende Künstlerin ist Neves Marques international anerkannt. Sie vertrat Portugal auf der 59. Biennale von Venedig mit ihrem Projekt «Vampires in Space», einer spekulativen und politischen Arbeit, die mittels Weltraum-Sci-Fi und Vampir-Fantasien über Transgender-Identität, psychische Gesundheit und Blockbusterkino reflektiert. Isadoras Arbeiten waren in bedeutenden Institutionen wie dem Castello di Rivoli, Palais de Tokyo, Pérez Art Museum Miami und der Kyoto City University of the Arts Gallery zu sehen. Immer wieder gelingt es ihr, wissenschaftliche und technologische Inhalte in sinnliche, erzählerisch dichte Installationen zu übersetzen, die sowohl intellektuell anspruchsvoll als auch emotional zugänglich sind. Darüber hinaus hat sich Isadora Neves Marques auch als Schriftstellerin etabliert. Zusammen mit der Künstlerin Alice dos Reis gründete sie 2020 den Lyrikverlag Pântano Books, der sich der Förderung zeitgenössischer Poesie widmet. Ihr Werk als Autorin umfasst Gedichtbände und Kurzgeschichten. Die Filme «Our Lady Who Burns» von Alice dos Reis und «Flores» von Jorge Jácome – beides enge Weggefährt:innen von Isadora und Schlüsselfiguren in Portugals zeitgenössischer Film- und Kunstszene – sind ebenfalls im Programm vertreten. Isadoras multimediales Werk, das ständig zwischen Realität und Fiktion, Körper und Technologie, Wissenschaft und Poesie oszilliert, wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Present Future Art Prize bei Artissima und einem Sonderpreis des Pinchuk Future Generation Art Prize. Zusammen mit anderen Kunstschaffenden leitet sie die Produktionsfirma Foi Bonita a Festa und betrieb von 2015 bis 2020 die Online-Plattform inhabitants, die sich in dokumentarischen und experimentellen Videoarbeiten gesellschaftspolitischen Themen widmete. Isadora Neves Marques ist eine der interessantesten Stimmen in der zeitgenössischen Kunst- und Filmwelt. Ihre Arbeiten hinterfragen nicht nur Machtstrukturen und normative Ordnungssysteme, sondern eröffnen auch alternative Perspektiven auf eine mögliche, gerechtere Zukunft. Ihre Kunst zeichnet sich durch Analyse wie auch Empathie aus – eine seltene Kombination, die sie mit aussergewöhnlicher Sensibilität und intellektueller Präzision im Gleichgewicht hält.
The Present of Speculative Bodies
Isadora Neves Marques, 1984 in Lissabon geboren, ist eine portugiesische Künstlerin, Filmemacherin, Lyrikerin und Schriftstellerin. In ihrem Werk verbindet sie auf einzigartige Weise Wissenschaft, Technologie, Ökologie, Gender und queere Identität. Bis 2022 arbeitete sie unter dem Namen Pedro Neves Marques. Isadoras interdisziplinäre Praxis bewegt sich zwischen Film, Bildender Kunst und Literatur. Auf ebenso poetische wie analytische Weise erörtert sie die Auswirkungen sozialer, politischer und biologischer Systeme auf den menschlichen Körper und zwischenmenschliche Beziehungen. In ihrer künstlerischen Arbeit verbindet Neves Marques spekulative Fiktion mit dokumentarischen Elementen und ergründet mithilfe von Strategien der Science-Fiction zeitgenössische Fragen zu Fortpflanzungsmedizin, Geschlechtsidentität, Biopolitik oder auch Liebe und Freundschaft. Besonders deutlich zeigt sich dies in ihren Filmen, die schon auf zahlreichen internationalen Festivals zu sehen waren. In Werken wie «Exterminator Seed» oder «The Bite» behandelt die Filmemacherin Themen wie genetische Manipulation, Virenausbrüche und polyamore Beziehungen und stellt dabei immer wieder normative Vorstellungen von Geschlecht, Familie und Intimität infrage. «Becoming Male in the Middle Ages» dreht sich um Fortpflanzungswünsche im Kontext queerer Identität, während «My Senses Are All I Have to Offer» von einer Biotechnologie erzählt, die es ermöglicht, die Empfindungen anderer Menschen zu erleben – eine fiktive Metapher für Empathie, Transformation und gemeinsame Erfahrungen. Isadoras Filme liefen unter anderem auf der Semaine de la Critique in Cannes, dem Toronto International Film Festival (TIFF), dem International Film Festival Rotterdam (IFFR; Ammodo Tiger Short Award für den besten Kurzfilm 2022), dem Festival du Nouveau Cinéma Montréal, dem New York Film Festival, bei Curtas Vila do Conde und an den Kurzfilmtagen. Auch als bildende Künstlerin ist Neves Marques international anerkannt. Sie vertrat Portugal auf der 59. Biennale von Venedig mit ihrem Projekt «Vampires in Space», einer spekulativen und politischen Arbeit, die mittels Weltraum-Sci-Fi und Vampir-Fantasien über Transgender-Identität, psychische Gesundheit und Blockbusterkino reflektiert. Isadoras Arbeiten waren in bedeutenden Institutionen wie dem Castello di Rivoli, Palais de Tokyo, Pérez Art Museum Miami und der Kyoto City University of the Arts Gallery zu sehen. Immer wieder gelingt es ihr, wissenschaftliche und technologische Inhalte in sinnliche, erzählerisch dichte Installationen zu übersetzen, die sowohl intellektuell anspruchsvoll als auch emotional zugänglich sind. Darüber hinaus hat sich Isadora Neves Marques auch als Schriftstellerin etabliert. Zusammen mit der Künstlerin Alice dos Reis gründete sie 2020 den Lyrikverlag Pântano Books, der sich der Förderung zeitgenössischer Poesie widmet. Ihr Werk als Autorin umfasst Gedichtbände und Kurzgeschichten. Die Filme «Our Lady Who Burns» von Alice dos Reis und «Flores» von Jorge Jácome – beides enge Weggefährt:innen von Isadora und Schlüsselfiguren in Portugals zeitgenössischer Film- und Kunstszene – sind ebenfalls im Programm vertreten. Isadoras multimediales Werk, das ständig zwischen Realität und Fiktion, Körper und Technologie, Wissenschaft und Poesie oszilliert, wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Present Future Art Prize bei Artissima und einem Sonderpreis des Pinchuk Future Generation Art Prize. Zusammen mit anderen Kunstschaffenden leitet sie die Produktionsfirma Foi Bonita a Festa und betrieb von 2015 bis 2020 die Online-Plattform inhabitants, die sich in dokumentarischen und experimentellen Videoarbeiten gesellschaftspolitischen Themen widmete. Isadora Neves Marques ist eine der interessantesten Stimmen in der zeitgenössischen Kunst- und Filmwelt. Ihre Arbeiten hinterfragen nicht nur Machtstrukturen und normative Ordnungssysteme, sondern eröffnen auch alternative Perspektiven auf eine mögliche, gerechtere Zukunft. Ihre Kunst zeichnet sich durch Analyse wie auch Empathie aus – eine seltene Kombination, die sie mit aussergewöhnlicher Sensibilität und intellektueller Präzision im Gleichgewicht hält.
Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur sind das bedeutendste Kurzfilmfestival der Schweiz. Jeden November verwandeln wir die Stadt Winterthur für sechs Tage in eine Kurzfilmmetropole.
An den Kurzfilmtagen gibt es für alle etwas zu entdecken: Wir zeigen sorgfältig zusammengestellte Kurzfilmprogramme zu aktuellen Geschehnissen oder zu Themen, die unseren Kurator:innen unter den Nägeln brennen. Die Wettbewerbsblöcke fühlen den Puls des aktuellen, weltweiten Filmschaffens und die Installationen, Performances und weiteren Specials machen audiovisuelle Formen in ihrer ganzen Vielfalt erlebbar. Ein Rahmenprogramm mit Konzerten, Lesungen und mehr erweitert das Festivalerlebnis.
Aktuelle Kurzfilme aus der ganzen Welt. Am Sonntagabend werden die vielversprechendsten Kurzfilme ausgezeichnet.
Hors Concours
Aktuelle Kurzfilme aus Zürich, der Schweiz und der Welt, die ausserhalb unserer Wettbewerbe laufen.
Fokus
Filmische Einblicke in eine Region, ein soziales Phänomen oder einen künstlerischen Trend.
Person im Fokus
Das künstlerische Wirken einer filmschaffenden Person wird ins Rampenlicht gestellt.
Spezialprogramme
Kurzfilmprogramme zu Themen, die unseren Kurator:innen unter den Nägeln brennen – oder einfach Spass machen.
Familienprogramme
Kurzfilmgenuss für das junge Kinopublikum ab 6 Jahren und die ganze Familie.
Rahmenprogramm
Konzerte, Partys, Lesungen und zahlreiche weitere Events bieten Gelegenheit zur Vernetzung und erweitern das Festivalerlebnis.
Talks & Podien
Moderierte Talks und Panels, die nach der Vorstellung vertieften Einblick ins Filmschaffen oder in die Thematik geben.
Industry Events
Eine breite Palette an Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen für die Filmbranche sowie Möglichkeiten zur Vernetzung.
Der Kurzfilm
Der Kurzfilm ist nicht einfach ein kürzerer Film. Er ist eine eigene Kunstform, die wir mit unserem Festival jährlich in den Fokus stellen.
Der Kurzfilm erscheint in allen Genres und kann unterschiedlich lang – oder eben kurz – sein. Einfachere Produktionswege machen es ihm möglich, den Zeitgeist und Strömungen rasch einzufangen und abzubilden. Der kurze Film kann unterhalten, überraschen, die Gesellschaft analysieren, eine politische Haltung einnehmen oder Einblick in uns fremde Welten geben.
Wir bündeln unsere Kurzfilme in thematischen Programmen oder nach bestimmten Sektionen, wie z.B. unsere Wettbewerbe, und stimmen die Filme und Reihenfolge aufeinander ab. Für den Kurzfilmgenuss gibt es somit nur eine Voraussetzung: die Neugierde, Neues zu entdecken und sich überraschen zu lassen.